Mainleus. Als Vorreiter der häuslichen Alten- und Krankenpflege bezeichnete MdB Emmi Zeulner die Diakonie Sozialstation Mainleus, die am vergangenen Freitag zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen hatte.

 

Mainleus. Die Diakonie Sozialstation Mainleus hat seit geraumer Zeit in der Stettiner Straße in einer ehemaligen Arztpraxis ein neues  Domizil.  Am Freitag  hatte der Diakonieverein mit Pfarrer Michael Schäfer zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen,  um Gelegenheit zu geben, sich vor Ort über das vielfältige Leistungsanbot der Sozialstation nicht nur zu informieren, sondern sich auch ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen. Mit dem Bibelvers „Haltet ein festliches Mahl  und trinkt süßen Wein“ (Buch Nehemia) hatte man den Tag auch unter ein christliches Motto gestellt. Träger der Sozialstation ist der Diakoniverein der Kirchengemeinden von Mainleus,  Buchau, Gärtenroth, Schwarzach, Veitlahm  und Willmersreuth.

Pfarrer Michael Schäfer, zugleich Vorsitzender des Diakonievereins Mainleus, freute sich über die Anwesenheit zahlreicher Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Robert Bosch, MdB Emmi Zeulner und seinem Stellvertreter im Vorstandsamt des Diakonieverein, Dieter Adam. Die Diakonie Sozialstation Mainleus bietet häusliche Alten- und Krankenpflege an. Angehörige werden durch die Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder oder Freunden so in Anspruch genommen, dass ihnen für persönliche Pflichten und Wünsche keine Zeit mehr bleibt. Zudem fehlen oft das medizinische Wissen und Fähigkeiten einer optimalen Versorgung zuhause. Das Ziel der Sozialstation ist es, den Klienten und seinen Angehörigen die Unterstützung zukommen zu lassen, die es ihnen ermöglicht, die Versorgung solange wie nur möglich im häuslichen Umfeld zu erhalten.

Die Mainleuser Sozialstation ist für alle pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger da. Die Leistungen beschränken sich auf die Pflegeleistungen nach dem SGB XI, die häusliche Krankenpflege nach SGB V, Leistungen der Verhinderungspflege, Leistungen der Haushaltshilfe, Betreuungs- und Ersatzleistungen sowie Hauswirtschaftliche Hilfen und jegliche Beratung zum Thema Pflege und Versorgung. Die Sozialstation ist zugleich Vertragspartner aller Kassen. Die Diakonie Mainleus beschäftigt  nur qualifiziertes Fachpersonal, um eine maximale Pflegequalität zukommen zu lassen. Die derzeit 13 „helfenden Engel“ sind 365 Tage im Jahr im Einsatz. Pfarrer  Michael Schäfer würdigte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Diakonievereins Mainleus die segensreiche Arbeit der Sozialstation und stellvertretend für das gesamte Personal  stellte er die Arbeit der Pflegedienstleitung mit Pamela Wiesmann und ihren Stellvertreter Christopher Heybach heraus.

Bürgermeister Robert Bosch verwies in seinem Grußwort darauf, dass derzeit 2,63 Deutsche pflegebedürftig sind:  „1,86 Millionen werden zu Hause versorgt, durch Angehörige oder zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflege. Ich sage Niemandem  etwas Neues, wenn ich darauf verweise, dass die Menschen heutzutage ein immer höheres Alter erreichen und dass somit immer mehr Ältere unter uns leben. Die Seniorinnen und Senioren bleiben länger als früher gesund, geistig rege und aktiv. Sie können aus ihrer dritten Lebensphase noch viel machen. Doch je älter ein Mensch wird, desto wahrscheinlicher ist auch, dass er mit Gebrechlichkeiten zu tun haben und pflege- oder zumindest unterstützungsbedürftig wird.“

Den „Tag der offenen Tür“ verband der Bürgermeister auch ein wenig mit einer Einweihungsfeier für die neu bezogenen Räume in der Stettiner Straße: „Mit diesen neuen Räumen und der größer werdenden Fahrzeugflotte, werden sie der größer werdenden Nachfrage gerecht: Die Nachfrage von Menschen in unserer Gemeinde, die auf Pflegeleistungen angewiesen sind, sowie von Angehörigen, die sie wirksam unterstützen. Hier stehen die Mitarbeiter des Pflegestützpunkts an zentraler Stelle allen Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite.“ Bürgermeister Robert Bosch freute sich mit dem Diakonieverein, dass ein geeigneter Ort gefunden wurde: „Zentraler geht es fast nicht mehr, zumindest was die Lage der neuen Geschäftsräume gegenüber der früheren Lage in der Hornschuchstraße und die Nähe zum künftigen Pflegeheim angeht.“

Die Pflegebedürftigkeit treffe häufig von einem Moment auf den anderen ein und sie trifft die Bedürftigen selbst wie ihre Angehörige oftmals unvorbereitet. Der Diakonieverein mit seinem Pflegestützpunkt in der Stettiner Straße bietet hier eine willkommene Hilfe.  Bürgermeister Robert Bosch , der auch die Grüße von Landrat Klaus Peter Söllner übermittelte: „Dass hier fünf Kirchengemeinden aus der Region hinter dem Diakonieverein stehen, ist auch ein vertrauenswürdiges Zeichen, dass es nicht nur um Professionalität geht, von der wir bei ihrem Team, Herr Pfarrer Schäfer, absolut überzeugt sind, sondern auch um wichtige Gedanken wie Nächstenliebe und Teilhabe am Leben der Gemeinschaft. Der diakonische Gedanke bedeutet ja gerade, dass man Dienst am Menschen leisten möchte.“ Der neue Stützpunkt wird es nach den Worten des Bürgermeisters mit der Beratung und Unterstützung pflegebedürftiger Menschen deutlich leichter haben als mit der bisherigen Sozialstation in der Hornschuchstraße.

MdB Emmi Zeulner  lobte die neuen Räumlichkeiten der Sozialstation und beglückwünschte die Bürgerinnen und Bürger von Mainleus, dass sie mit Pamela Wiesmann und Christopher Heybach an der Spitze über ein engagiertes Team in der ambulanten Pflege verfügen. Die Bundestagsabgeordnete erinnerte daran, dass vor 21 Jahren die Pflegeversicherung eingeführt wurde und sie hielt es für wichtig, den ambulanten Pflegedienst auch weiter zu entwickeln. MdB Zeulner: „In Mainleus werden alle Bereiche abgedeckt und ihr seid da wirklich Vorreiter.“

Werner Reißaus

 

 

 

Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml war am Freitag,

4. März, zu Gast im Martinshaus.

 

Szenenwechsel zu Gesundheitsministerin Melanie Huml: Ihr Treffen mit MdB Emmi Zeulner und Vertretern der Diakonie war ein Treffen von Fachkräften: Huml ist Ärztin, Emmi Zeulner Krankenschwester. Der Vorsitzende des Diakonievereins Mainleus, Pfarrer Michael Schaefer, war früher als Krankenpfleger tätig. Dabei waren auch Pflegedienstleiterin Pamela Wiesmann von der Diakoniestation Mainleus, Karl-Heinz Kuch vom Diakonieverbund Kulmbach und Irmgard Hofmann von der Diakoniestation Thurnau.

Im Mittelpunkt des Gesprächs im Martinshaus stand die ambulante häusliche Pflege und damit die Frage, wie man den Menschen ein möglichst langes, eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen kann. Wie das die Diakoniestation leistet, verdeutlichte stellvertretender Pflegedienstleiter Christopher Haybach.

Auf ein Gesamtkonzept setzt Gesundheitsministerin Huml. Sie sprach sich für eine Unterstützung aus, die schon vor der Pflegebedürftigkeit mit niederschwelligen Angeboten greife. Sie regte zudem die Einrichtung einer Fachstelle für pflegende Angehörige an, die es in Kulmbach noch nicht gebe. Denn sie wisse, dass die Menschen im Pflegebereich einen hohen Informationsbedarf haben.

Bürgermeisterkandidat Robert Bosch will in der Pflege auf die Unterstützung durch die Kommune setzen. Sein Ziel ist ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept inklusive einer "Gemeinde-Schwester".

Die Diakonie-Mitarbeiter beklagten aus der Praxis eine mangelnde Kooperation mit den Krankenkassen. Man müsse oft wochenlang auf Genehmigungen warten und in Vorleistung gehen. (entnommen BR vom 05.03.2016, Jürgen Gärtner)

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